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flucht

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Durch Migration (lateinisch migratio = Wanderung, Auswanderung) erhoffen sich Menschen, in einem anderen Land oder Gebiet bessere Lebensbedingungen zu finden.

Durch Flucht wollen Menschen existenzgefährdenden Notlagen entkommen. Gründe: Krieg, politische Unterdrückung, wirtschaftliche Not, Klimawandel und Umweltkatastrophen.

Durch Vertreibung werden Menschen gewaltsam dazu gezwungen, ihre Siedlungsgebiete, ihre Heimat oder ihr Land zu verlassen.










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"Jede Migration führt zu Konflikten, unabhängig davon, wodurch sie ausgelöst wird, welche Absicht ihr zugrunde liegt, ob sie freiwillig oder unfreiwillig geschieht und welchen Umfang sie annimmt. Gruppenegoismus und Fremdenhass sind anthropologische Konstanten, die jeder Begründung vorausgehen. Ihre universelle Verbreitung spricht dafür, dass sie älter sind als alle bekannten Gesellschaftsformen. "

Auszug aus dem Essay „Die große Wanderung“, veröffentlicht 1992

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Audio von António Vitorino, Chef der UN-Organisation für Migration (IOM)

"Die Herausforderungen, die Migration mit sich bringt, können nicht von einem Land alleine bewältigt werden. Wir sind Deutschland dankbar, dass die EU in dieser Angelegenheit eine gemeinsame Position vertritt."

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In gut 80 Jahren werden knapp zehn Milliarden Menschen die Erde bevölkern. Der CO²-Anteil in der Luft und die globale Durschnittstemperatur werden wahrscheinlich drastisch gestiegen sein. Die Zahl der Umweltflüchtlinge droht bis zum Jahr 2100 auf EINE MILLIARDE Menschen anzuwachsen.



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Audio von Robert Oakes, UN University

"Jedes Jahr verlieren ungefähr 20 Millionen Menschen ihre Heimat. Durch den Klimawandel, das Bevölkerungswachstum und durch wahrscheinlich verwundbarere Bevölkerungen wird diese Zahl noch zunehmen."

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Land unter durch abschmelzende Gletscher und einen steigenden Meeresspiegel. Andernorts Trockenheit und Dürre durch ausbleibende Niederschläge. 

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Mit rund 30 Millionen Menschen ist der Großraum Jakarta eines der größten Ballungszentren der Welt. Teile der indonesischen Hauptstadt sinken jährlich um bis zu 20 cm ab. Eine Betonmauer soll die vor allem von Armen bewohnten Viertel vor den Fluten des Meeres schützen. Niemand weiß, wie lange der Wall hält. Die Reichen wohnen in höheren Lagen. 

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Audio von Professor Rahmat Witoelar, Sonderbeauftragter für Klimawandel der indonesischen Regierung

"Wir haben rund 17.000 Inseln mit viel Küste. Vieles wird vom Meer verschluckt. Kämpfe um Essen, Wasser und sogar um Luft werden stattfinden."

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London, New York, Hamburg, Jakarta - Millionenstädte und ganze Länder werden vom steigenden Meeresspiegel betroffen sein. 2050 wird Indonesien rund 300 Millionen Einwohner haben. Bis zu 170 Millionen drohen vom Klimawandel in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Orkane, Überflutungen, Dürren und Waldbrände werden deutlich zunehmen.





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Bis zu 1000 Meter tief ist das Erdreich um den nördlichen Polarkreis stellenweise gefroren. Der Boden taut aufgrund steigender Temperaturen von Jahr zu Jahr immer tiefer auf. Riesige Risse zeigen sich mancherorts im Erdreich. Gigantische Mengen der Treibhausgase CO² und Metan werden freigesetzt, wenn der Boden auftaut. Dadurch werden die globale Erderwärmung und der Klimawandel zusätzlich beschleunigt.

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Die Sahelzone umfasst zehn Staaten mit rund 7 Millionen km². Seit Jahren fällt immer weniger Regen. Gleichzeitig sind die Viehbestände und die Bevölkerungen massiv gewachsen. Weniger Nahrung und Wasser für immer mehr Lebewesen. Gegenwärtig leben in den Ländern der Sahelzone rund 140 Millionen Menschen. Viele blicken in eine ungewisse Zukunft.

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Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) müssen täglich rund 44.000 Menschen ihr Zuhause aufgrund von Krieg, Verfolgung oder Vertreibung verlassen. Insgesamt sind 25,4 Millionen Menschen wegen bewaffneter Konflikte und Verfolgung auf der Flucht. 57 Prozent der weltweiten Flüchtlinge stammen aus Syrien, Afghanistan und dem Südsudan.

Stand: 2017

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In Syrien sind bislang rund 400.000 Menschen getötet worden. 6 Millionen Menschen wurden laut UN-Angaben zu Flüchtlingen im eigenen Land. 5,5 Millionen sind ins Ausland geflohen. Der Wiederaufbau des Landes dürfte Zahlen der Weltbank zufolge mindestens 180 Milliarden Dollar kosten. Andere Schätzungen gehen von bis zu 400 Milliarden Dollar aus.

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Audio von Madschd in Ost-Ghouta

"Unser Haus hat mehr als eine Rakete abgekriegt. Das war das Wohnzimmer. Hier hat meine Familie zusammengesessen und die Abende verbracht"

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Im Frühjar 2018 brachten die Truppen von Präsident Assad das Gebiet von Ost-Ghouta wieder unter ihre Kontrolle. Der junge Syrer Madschd stand mit dem SWR in Kontakt und dokumentierte aus persönlicher Sicht den Krieg in seiner Stadt. 

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Merkt ihr was von der Waffenruhe?


Welche Waffenruhe?




Die Flugzeuge verschwinden nicht vom Himmel.



Und überall in Ghouta fallen Bomben.

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In mehreren Wellen sind Angehörige der muslimischen Rohingyas in den vergangenen 100 Jahren aus ihren Siedlungsgebieten im mehrheitlich buddhistischen  Myanmar (früher Burma) vertrieben worden. Bei der letzten großen Vertreibungswelle mussten Hunderttausende nach Bangladesch fliehen. Viele Rohingyas wurden getötet. Die UN sprechen von Völkermord an den Rohingyas.  

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Audio von fliehender Rohingya

"Das sind buddhistische Mönche, die Menschen töten. Einer hält dich fest, der andere schneidet dir die Kehle durch."

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Bei ihrer Vertreibung waren viele Rohingyas brutaler Gewalt ausgesetzt. Berichten zufolge sollen buddhistische Mönche daran beteiligt gewesen sein.  

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Dieser Haufen venezolanischer Geldscheine war im April 2018 rund 20 Euro wert. Die Inflation des Landes galoppiert. Das Land hat die größten bekannten Ölvorkommen und viele andere kostbare Bodenschätze. Die Misswirtschaft der Herrschenden hat 80 Prozent der knapp 32 Millionen Venezolaner in die Armut getrieben. Zudem leidet das Land unter ausufernder Bandenkriminalität.

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Im Februar 2014 begannen erste Proteste gegen Nicolás Maduro. Der sozialistische Präsident duldet keine Opposition. Widerstand wird gewaltsam gebrochen. Mehr als 150 Menschen sind bei Protesten umgekommen.

Einer von ihnen war Miguel Castillo.

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Audio von Mutter von getötetem 27-jährigem Miguel Castillo

"Er wollte ein freies Venezuela. Ein Venezuela, in dem man eine Zukunft hat, in dem sich für alle etwas zum Besseren wendet."

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Der 27-jährige Miguel Castillo hatte gerade sein Studium beendet. Er nahm an einer Demonstration gegen die Regierung teil. Polizeikugeln beendeten sein junges Leben. 

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Audio von Flüchtling aus Venezuela

"Unserem Präsidenten geht es gut. Wem es schlecht geht, das sind wir, das Volk!"

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Rund 2,3 Millionen Menschen sind inzwischen aus Venezuela in benachbarte Länder geflohen. In Kolumbien und Brasilien regt sich wegen der Flüchtlinge wachsender Unmut in der Bevölkerung.

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Tausende Honduraner haben sich im Oktober 2018 zu Fuß auf den Weg nach Norden gemacht. Ihr Motiv und ihr Ziel: Grasierender Armut und notorischer Bandenkriminalität daheim für ein besseres Leben in den USA zu entfliehen. Ihr Weg führt Tausende Kilometer durch Mittelamerika an die mexikanisch-amerikanische Grenze. US-Präsident Trump hat die Grenztruppen verstärken lassen. Sein Credo: Die Flüchtlinge aus Mittelamerika dürfen nicht ins Land.     

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Audio von Sharol, Teil der "Karawane", die in Mexiko Richtung US-Grenze zieht

"Ich würde eine Revolte anzetteln. Wir sind viele und gemeinsam würden wir uns die Kinder wieder holen. Ich lasse nicht zu, dass ein Trump meine Kinder anfasst. Er weiß wohl nicht, dass eine Mutter gefährlicher ist als eine wilde Löwin."

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Sharol ist Teil der "Karawane" aus mittelamerikanischen Flüchtlingen, die in die USA wollen. US-Präsident Trump hat im Frühjar 2018 Kinder illegaler Einwanderer von ihren Eltern getrennt und unter die Aufsicht von US-Behörden gestellt.

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Innerhalb von nur zwei Generationen ist die Zahl der Einwohner von Lagos von rund 200.000 um das HUNDERTFACHE auf gut 20 Millionen gewachsen. Die meisten Bewohner leben in Elendsvierteln. Die Bevölkerung Nigerias wird sich bis zum Jahr 2050 von heute 198 Millionen Menschen auf über 400 Millionen verdoppeln, wenn das gegenwärtige Bevölkerungswachstum anhält. In ganz Afrika wird es laut UN-Prognose dann 2,5 Milliarden Menschen geben. 

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Die Erzeugung von Nahrung hält mit dem Wachstum der Bevölkerung oft nicht Schritt. Die in der Bibel erwähnten "Fleischtöpfe Ägyptens" (2. Buch Mose 16,3) bleiben immer öfter leer. Ägypten ist dringend auf die Einfuhr von Lebensmitteln angewiesen.

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Audio von Angela Merkel, Bundeskanzlerin

"Ägypten ist ein wichtiger Partner, auch im Bereich der Migration. Ägypten sichert seine Seegrenze exzellent ab, sodass es de facto keine Migration nach Europa gibt."

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Ägypten: Rund 100 Millionen Einwohner, 1 Million km²
Fläche, davon knapp 96 Prozent Wüste.
Große Teile der Bevölkerung leben unter der
Armutsgrenze. Die Wirtschaft lahmt. Jedes Jahr
strömen mehr als 1,5 Millionen junge Menschen
auf einen Arbeitsmarkt, der nicht genügend Jobs bietet. Ägypten ist ein Land mit diktatorischer Herrschaft und hohem Fluchtpotential.

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Größe und Wasserpegel des Tschad-Sees unterliegen schon immer starken Schwankungen. Besorgniserregend ist aber, dass der Binnensee seit den 1960er Jahren im Durchschnitt fast 90 Prozent seiner ursprünglichen Fläche eingebüßt hat. Hauptverantwortlich dafür ist der ausbleibende Regen. Die Region leidet unter Dürre, Hunger, Gewalt, und Vertreibung. Das Gebiet um den Tschad-See ist für viele Vertriebene der Terrormiliz Boko-Haram zu einem wichtigen Fluchtpunkt geworden. Durch die höchste Geburtenrate weltweit spitzt sich die humanitäre Krise weiter zu.

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Audio von Mohammed Ibrahim, Kamelbesitzer

"Ich hatte 60-70 Kamele. Aber es gibt kein Wasser mehr. Es wächst auch nichts mehr. Bis auf fünf Kamele sind alle gestorben. Wir waren in Nigeria, in Niger und jetzt sind wir im Tschad. Hier ist es auch nicht besser. Wir werden wohl nach Süden weiter ziehen müssen."

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Die Bevölkerung in der Sahel-Zone hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vervielfacht. Auch der Bestand an Vieh hat deutlich zugenommen. Unterentwicklung, Wasserknappheit und ein Vorrücken der Wüste zwingen viele Menschen dazu, ihre angestammten Lebensräume zu verlassen. 

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Audio von Hamidou Maiga aus Bamako, Mali

"Ich kann nicht zurück in mein Dorf. Meine Familie hat mich verstoßen. Sie sagen, ich sei ein Versager und hätte uns alle in den Ruin getrieben. Das Leben ist schwer erträglich."

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Die Familie von Hamidou Maiga ist vor der Terrorgruppe Boko Haram geflohen. Ein Teil der geretteten Habe wurde veräußert, um Hamidou die Reise nach Europa zu finanzieren. Er schaffte es unter Lebensgefahr durch die Wüste, mit einem Schiff nach Spanien und von dort nach Deutschland. In Halle an der Saale wurde vor zwei Jahren sein Asylantrag abgelehnt. Hamidou musste zurück nach Mali.


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„Ich träume davon, irgendwann selber einen Lastwagen zu haben, aber ich habe nicht die Mittel dafür. Welche Bedeutung haben Träume ohne Mittel? Ich werde versuchen, noch einmal nach Europa zu gehen, obwohl ich mir der Konsequenzen bewusst bin.“

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Audio von Bilal aus Sierra Leone

"Alle meine Freunde stellen sich Europa als Paradies vor. Wir träumen, dass dort alles besser wäre, dass man anständiges Essen bekommt, schöne Kleider trägt, große Autos fährt."

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Afrika sei schwierig, sagt der junge Bilal aus dem westafrikanischen Land Sierra Leone. Er könne sich nicht vorstellen, dass das Leiden in Afrika mit dem Leiden in Europa vergleichbar sei.

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Yusuf hat in Niger Migranten durch die Wüste gefahren und damit seinen Lebensunterhalt verdient. Der Druck der EU und deren finanzielle Zuwendungen an die Herrschenden zeigten Wirkung: Obwohl es nicht illegal war, wurden Yusuf und viele andere Fahrer verhaftet und ihre Wagen wurden beschlagnahmt. 




"Ich bin ein armer Mann. Ich habe Schulden gemacht, um einen Wagen zu kaufen – 10.000 Euro, verdient mit harter Arbeit. Sechs Monate war ich im Gefängnis. Ich habe meine Strafe abgesessen. Ich möchte meinen Wagen zurück."

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Audio von Yusuf

"Ein Mann, der nichts hat, ist zu allem bereit, er wird kriminell, zum Banditen. Er wird auch zum Terroristen."

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Mali ist arm. 70 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft. Im Süden des Sahel-Landes hat die EU ein "Vorzeigeprojekt" ins Werk gesetzt. Mit europäischem Geld wurde eine Rösterei für Cashewnüsse errichtet. Der Haken: Nachdem das Gebäude samt Einrichtung stand, gingen die EU-Helfer. Viele Bauern der Gegend pflanzen Cashewnüsse an. Aber es fehlen Fahrzeuge, Vertriebswege, Großkunden und der Zugang zu einem überregionalen Markt. Die Bauern bleiben auf ihren Nüssen sitzen.


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Audio von Abdoulaye Traoré, Vorarbeiter in der Cashewnuss-Rösterei

"Ich werde wohl nach Europa gehen. Wenn die Arbeitsbedingungen oder der Lohn besser wären, dann würde ich lieber hier bleiben, um meinem Vater und meiner Mutter zu helfen."

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Abdoulaye Traoré hat eine Zulassung zum Jurastudium. Doch er kann es sich nicht leisten. Eigentlich will er sein Land Mali nicht verlassen. Die Nuss-Fabrik schien eine Perspektive für die Zukunft zu bieten. Abdoulayes Dorf hat Geld gesammelt, um den Betrieb am Laufen zu halten. Doch die Zukunft ist ungewiss. Die Fluchtursache Armut konnte nicht beseitigt werden.  

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Äthiopien exportiert rund 200.000 Tonnen Rohkaffee im Jahr. Echter Mehrwert für das Land entsteht, wenn verarbeiteter Kaffee ausgeführt wird, dachte sich Felix Ahlers. Der Vorstandsvorsitzende der Frosta AG gründete eine Kaffeerösterei, stellte Leute ein und exportiert pro Jahr rund 100 Tonnen gerösteten Kaffee nach Deutschland.


"Kaffee ist nur ein Beispiel, aber letztlich müssen in den anderen Produktkategorien auch Verarbeitungsbetriebe entstehen, dadurch entstehen dann automatisch qualifizierte Jobs, die besser bezahlt sind. In dem Moment, wo sie besser bezahlte und qualifizierte Jobs haben, dann haben sie kein Interesse das Land zu verlassen."

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Audio von Angela Merkel, Bundeskanzlerin

"Unser Ziel ist es, illegale Migration zu verhindern und durch legale Möglichkeiten zu ersetzen. Auf der einen Seite durch Bekämpfung von Ursachen von Flucht und Vertreibung und akute Hilfe vor Ort."

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Audio von Dr. Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt

"Vieles was als Fluchtursachenbekämpfung verkauft wird, ist Flüchtlingsbekämpfung. Und ist nicht langfristiger Einsatz von Mitteln, da wo die Not, die Armut, der Hunger am größten sind."

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Audio von Mor Mbenge, Fischer im Senegal

"Früher musste man zum Fischen nicht weit raus fahren. Unsere Väter haben nah an der Küste große Fische gefangen. Doch unsere Bevölkerung wächst. Es gibt immer mehr Fischer. Und dann sind da auch noch die ausländischen Boote."

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Hochsubventioniertes Obst und Gemüse, Billigfleisch, Fischfangflotten vor Afrikas Küsten - die EU, sagen Kritiker, setze die afrikanischen Volkswirtschaften massiv unter Druck. Wer Fluchtursachen wirksam bekämpfen wolle, müsse dabei helfen, in den von Flucht und Migration betroffenen Ländern, Jobs und Perspektiven zu schaffen.   

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"Die Sahelzone kennt kein Maß. Sie überfordert die Helfer, die Politiker, die internationalen Institutionen. Sie ist eine gewaltige, über Staatsgrenzen mäandernde Krisenregion. Bis zu 800 Kilometer breit, zieht sie sich südlich der Sahara quer über den afrikanischen Kontinent, jährlich dehnt sie sich um etwa zehn Kilometer nach Süden aus.
Sie liefert nicht einen Fluchtgrund. Sie liefert Dutzende: Gesetzlosigkeit und Extremismus, Unterdrückung und Unterentwicklung, Hunger und Seuchen, Dürre, Klimawandel und Krieg. Im Grunde gibt es so viele Fluchtgründe wie es Flüchtlinge gibt."

 
Wie die EU Afrikas Migranten aufhalten will
Der Link zur Sendung auf SWR2
https://bit.ly/2FeXSCk






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Mali und Niger sind die wichtigsten Transitländer für Flüchtlinge und Migranten aus dem Sahel und Westafrika. Die EU kooperiert eng mit den Regierungen und Behörden dieser Staaten. Die "legalen" Fluchtwege durch die Sahara sind mittlerweile weitgehend versperrt. Schlepper wählen gefährlichere Routen. Viele Menschen kommen dabei um. Ihre mumifizierten Leichen liegen achtlos in der Wüste..

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Audio von Gogé Maimouna Gazibo, Chefin der Migrationsbehörde Niger

"Europa unterstützt unsere Regierung enorm. Sie stellen uns unterschiedliche Mittel bereit. Deutschland zum Beispiel hilft uns beim Aufbau von Grenzposten, damit die Sicherheits­kräfte an unseren Grenzen besser kontrollieren können."

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Vor zwei Jahren wurde im Sahelstaat Niger der Transport von Flüchtlingen unter Strafe gestellt. Es drohen bis zu 30 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von umgerechnet 4.500 Euro. Seitdem ist die Zahl der Niger durchquerenden Flüchtlinge um mehr als 70 Prozent gesunken. Niger ist Teil einer westafrikanischen Staatengemeinschaft, in der  Reisefreiheit gelten sollte. Sie gilt nicht mehr. 


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Audio von Mutarik Hala, Verteidigungsminister Nigers

"Um die Wüste zu sichern, brauchen wir viele Mittel, über die Niger nicht verfügt. Dank der Kooperation mit der EU gelingt uns das wesentlich besser."

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Nigers Verteidigungsminister Mutarik Hala lobt die Zusammenarbeit mit der EU und speziell mit Deutschland. Diese zahlen für Fahrzeuge, Flugzeuge und Ausrüstung mit Spitzentechnologie, um die Migrationsrouten besser  überwachen zu können. Menschenrechtler kritisieren, die EU habe einen faustischen Pakt mit korrupten Politikern und Eliten geschlossen, um Flüchtlinge von den Grenzen Europas fern zu halten.

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Audio von Rhissa Feltou, Bürgermeister von Agadez

"Wir haben nicht darum gebeten, Auffanglager bei uns aufzubauen. Wir haben keine Krankenhäuser, Schulen und keinen Strom. Und jetzt sollen wir die Arbeit für andere Regierungen machen? Die Europäer interessiert nur eins: der Kampf gegen die illegale Migration. Sie benutzen das Wort illegal, um ihr Handeln zu rechtfertigen."

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Agadez im Sahelstaat Niger ist ein wichtiger Anlaufpunkt für jene, die via Marokko oder Libyen nach Europa wollen. Bis vor zwei Jahren florierte die Wüstenstadt. Seitdem der Transport von Flüchtlingen und Migranten unter Strafe gestellt wurde, geht es mit Agadez wirtschaftlich bergab. Die Stadt ist zum Grenzposten der EU und zum Sammelbecken gescheiterter Hoffnungen geworden.

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Acht Jahre hat Mohammad Adan mit seiner Familie im Flüchtlingslager Dadaab In Kenia gelebt. Hunderttausende somalische Flüchtlinge leben dort. Sie dürfen das riesige Lager nicht verlassen. Linsen, Mehl und ein Sack Mais - das bekam die Familie Adan von Hilfsorganisationen. Sie hat sich entschlossen, nach Somalia zurückzukehren. Die UN gibt Rückkehrern 660 Dollar, ein Notfallpaket und Hygieneartikel. Es ist eine Reise ins Ungewisse.



Mohammad Adan:
"Ich freue mich sehr darauf, nach Somalia zurückzukehren. Einige Nachbarn machen sich Sorgen um uns, weil der Konflikt dort noch nicht vorbei ist."

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Audio von Moh Adan, Mogadischu

"Ich wollte nicht mehr als Gefangener und Fremder leben. Ich bin ein sehr geselliger Mensch und will einfach Teil einer Gesellschaft sein. Als Flüchtling bist Du immer außen vor."

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Von den rund 70 Millionen Flüchtlingen weltweit kehren nur wenige in ihre Heimat zurück.
Mohammad Adan hat den Schritt gewagt. In Somalias Hauptstadt Mogadischu lebt er mit seiner Familie auf engstem Raum im Haus seiner Schwägerin. Arbeit ist rar, Schulen sind teuer. In Mogadischu ist es nicht sicher. Die islamistische Gruppe al-Shabab verübt immer wieder Terroranschläge. In Somalia herrscht kein Friede. 

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