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1932 gegründet. Seitdem herrscht die Familie al-Saud. Großes Gewicht hat die erzkonservative wahabitische Geistlichkeit. Kronprinz Mohammad bin Salman versucht, deren Einfluss zu beschneiden und gesellschaftliche Reformen ins Werk zu setzen. In Saudi-Arabien befinden sich mit Mekka und Medina die beiden wichtigsten heiligen Städten des Islams. Größte Herausforderung für das Land: Die Schaffung neuer Arbeitsplätze für die extrem junge Bevölkerung.  

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Früher hieß das Land Persien, seit 1935 heißt es offiziell Iran. In dem Vielvölkerstaat leben neben Persern auch Azeris, Kurden, Luren, Araber, Turkmenen und Belutschen.

1971 feiert Schah Reza Pahlavi ein gigantisches Fest in Persepolis. Die Weigerung, demokratische Reformen ins Werk zu setzen, führen im Februar 1979 nach monatelangen Unruhen zum Sturz des Schahs. Die gut organisierte Geistlichkeit unter Führung von Ajatollah Khomeini profitiert von den sozialen und politischen Wirren. Nach dem Ende der Monarchie gründen die Kleriker die Islamische Republik mit weltlicher Verfassung auf der Grundlage der Scharia - des islamischen Rechts.

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In den 1930er Jahren geht Ibn Saud, Gründungsvater und Namensgeber von Saudi-Arabien, eine strategische Partnerschaft mit den USA ein. Er erlaubt amerikanischen Firmen, in seinem Land Öl zu fördern. Im Gegenzug wirken die USA als Sicherheitsgarant für das Königreich. Durch den maßgeblich von den USA 2015 eingefädelten Atomvertrag mit dem Iran sind die Beziehungen aber zwischenzeitlich stark belastet.

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Im November 1979 besetzen radikale Studenten die US-Botschaft in Teheran und nehmen 52 Diplomaten als Geiseln. Revolutionsführer Khomeini billigt die Aktion und schlägt daraus innenpolitisches Kapital. Die Geiselhaft dauert 444 Tage. Washington bricht 1980 die bis heute nicht wieder aufgenommenen diplomatischen Beziehungen zum Iran ab. Anti-Amerikanismus wird zum wichtigen ideologischen Pfeiler der Machthaber in Teheran.

2002 bezeichnet US-Präsident Bush den Iran als Teil der "Achse des Bösen". Unter Präsident Obama unterzeichnen beide Länder 2015 das iranische Atomabkommen, das Präsident Trump aufzukündigen droht.

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Mehr als 70 Milliarden US-Dollar gibt Saudi-Arabien laut SIPRI jährlich für Rüstung aus. Nur die USA und China haben einen höheren Wehretat.
In diesem animierten Video wird ein möglicher Waffengang gegen den Iran als leichtes Spiel für das saudische Militär dargestellt. Produziert wurde das Video von einer anonymen Pro-Saudi-Organisation. 

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Der saudi-arabische Kronprinz gibt dem US-amerikanischen Fernsehsender CBS ein Interview.

"Sie haben Ajatollah Khamenei mit Hitler verglichen. Warum?"
Norah O'Donnell, Reporterin des US-Fernsehsenders CBS

"Absolut, das habe ich. Weil er im Nahen Osten expandieren will, so wie Hitler einst expandierte."
Mohammed Bin Salman, Kronprinz und Verteidigungsminister von Saudi-Arabien

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Audio von Mohammad Javad Zarif, Irans Außenminister

"Wir werden die Raketen nie einsetzen - außer zur Selbstverteidigung. Aber wir werden dafür sorgen, dass sich niemand mehr traut, uns anzugreifen."

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1980 überfällt der Irak unter Saddam Hussein den Iran. Während des achtjährigen Krieges unterstützt Saudi-Arabien den Irak mit Dutzenden von Milliarden Dollar. Gegen den Iran wird ein umfangreiches internationales Waffenembargo verhängt. Teheran beschliest daraufhin, eigene Waffen zu entwickeln. Zum internationalen Zankapfel wird Irans Raketenprogramm. 

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Der Iran ist seit sieben Jahren Kriegspartei in Syrien. Teherans Ziel: Bashar al-Assad an der Macht zu halten. Saudi-Arabien steigt etwas später ein.
Riads Ziel: Sturz von Assad.
Saudi-Arabien finaziert jahrelang radikal-islamische Gruppen und versorgt diese mit Waffen. Der Iran will sich in Syrien dauerhaft festsetzen. Saudi-Arabien versucht, das zu verhindern.

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Im Sommer 1980 überfällt Saddam Husseins Irak den von Revolutionswirren gebeutelten Iran. Der Krieg dauert acht Jahre, Hunderttausende sterben. Alle arabischen Staaten unterstützen und finanzieren den Irak - außer Syrien. Der ideologisch mit Saddam Hussein verfeindete Präsident Hafez al-Assad (l.) unterstützt politisch und diplomatisch den Iran um den damaligen Parlamentspräsidenten Rafsandschani (r.). Es ist der Beginn der iranisch-syrischen Allianz.

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Teheran leistet Wirtschaftshilfe und entsendet Berater, Revolutionswächter sowie schiitische Söldner aus dem Irak, aus Pakistan und Afghanistan. Ein bereits 2013 veröffentlichtes Video belegt das. Experten u.a. von der britischen BBC halten das Video für authentisch. Darin berichtet ein Kommandant der Revolutionsgarde über die enge Kooperation zwischen iranischen Spezial-Einheiten und syrischen Regierungstruppen.






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"Dieser Krieg ist kein Krieg zwischen der syrischen Regierung und der syrischen Bevölkerung. Hier kämpfen auf der einen Seite Iraner, Hisbollahis, irakische und afghanische Mudschahedin. Die Gegner das sind Israel, Saudi-Arabien, Türkei und Katar. Geld fließt aus den Vereiningten Arabischen Emiraten."

Ismail Haidari, gefallener Kommandant der Revolutionsgarde.
Aufgenommen wurde das Material vom iranischen Filmemacher Hadi Baghbani, Er begleitete eine iranische Revolutionsgarde in Syrien und wurde dabei von der islamistischen Dawud Brigade getötet. Diese veröffentlichte später sein Material.


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Audio von Ajatollah Ali Khamenei, Oberster Führer Irans, Frühjahr 2011

"Die Gründe der Probleme in Syrien sind andere als in Ägypten, Jemen, Tunesien und Libyen. In diesen Ländern sind die Protest-Bewegungen gegen die USA und gegen die Zionisten, aber in Syrien haben sich die USA eindeutig eingemischt. Die Zionisten stecken hinter den Problemen. Wir sollten nicht den Fehler machen, die Proteste in diesen Ländern als gleich anzusehen."

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Teheran begrüsst den so genannten Arabischen Frühling Anfang 2011 als "islamisches Erwachen" der arabischen Völker. Die friedlichen Proteste in Syrien hingegen bezeichnet der starke Mann Irans, Ajatollah Ali Khamenei, als "zionistisch-amerikanische Verschwörung". 

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Audio von Karim al-Makdisi, Politologe von der American University Beirut

"Es ist ein wenig wie die Geschichte von Frankenstein: Er schafft ein Monster, das er später nicht mehr kontrollieren kann. Saudi-Arabien und Katar haben das auch gemacht in Syrien und in anderen Ländern."

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Saudi-Arabien reagiert auf das Eingreifen Irans in Syrien mit der Unterstützung islamistischer Milizen. Riad wird beschuldigt, auch dschihadistische Gruppen wie al-Qaida und die Terrormiliz Islamischer Staat mit Waffen und Geld zu unterstützen.

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Seit März 2015 bombardiert Saudi-Arabien das südliche Nachbarland. Die Zerstörungen der jemenitischen Infrastruktur sind enorm. Riad gibt an, dem aggressiven Auftreten Irans Einhalt gebieten zu wollen. Teheran betrachtet sich als Unterstützer der Huthi-Rebellen, leugnet aber, den Konflikt durch Waffenlieferungen zu befeuern. Etwa 22 Millionen der gut 28 Millionen Jemeniten sind laut UN-Angaben inzwischen auf internationale Hilfe angewiesen.

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"Alle zehn Minuten stirbt ein Kind an vermeidbaren Krankheiten. Fast drei Millionen Kinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren sind chronisch unterernährt und leiden an Unterentwicklung. Dies verringert lebenslang die Fähigkeit zu lernen."

Antonio Guterres, UN-Generalsekretär, April 2018

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Die Huthis sind im Norden Jemens nahe der Grenze zu Saudi-Arabien beheimatet. Ihr Aufstand beginnt breits 2004. Zehn Jahre später erobern sie die Hauptstadt Sanaa. Der damals amtierende Präsident Mansur Hadi flieht nach Saudi-Arabien. Berichten zufolge soll er dort heute unter Hausarrest stehen. In welchem Maße der Iran die Huthis finanziell und militärisch unterstützt, ist umstritten. Die Huthi-Rebellen sind schiitische Zaiditen.

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35-40 Prozent der Jemeniten sind Zaiditen genannte 5er-Schiiten. In ihrer Lehre unterscheiden sie sich deutlich von anderen schiitischen Strömungen wie der mehrheitlich im Iran ansässigen 12er-Schia. In religiöser Tradition und Lehre stehen die jemenitischen Zaiditen sunnitischen Muslimen der Hanafi-Rechtsschule deutlich näher als den Schiiten im Iran oder Irak.

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Bis zum Umsturz von 1962 existierte im Norden Jemens eine beinah 1000 Jahre währende zaiditische Herrschaft - ein so genanntes Imamat. Damaliger Unterstützer der Zaiditen war das Königreich Saudi-Arabien. Gegner war der ägyptische Präsident Nasser. Dieser entsandte in den 1960er Jahren bis zu 70.000 ägyptische Soldaten, um im Norden Jemens eine Republik zu errichten. In dem blutigen Bürgerkrieg starben auf beiden Seiten Zehntausende Menschen. 1970 erkannte Riad die republikanische Regierung an und besiegelte das Ende der zaiditischen Herrschaft.

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Ende 1989 wird in der saudi-arabischen Stadt Taif der 15 Jahre dauernde libanesische Bürgerkrieg beendet. Riad spielt dabei eine wichtige Mittlerrolle. In den Folgejahren versucht Saudi-Arabien, seinen Einfluss vor allem mittels der knapp 27 Prozent starken sunnitisch-muslimischen Bevölkerung auszubauen. Gleichzeitig nimmt aber der Einfluss Irans immer mehr zu. Teheran alimentiert großzügig die schiitische Hisbollah, die zur stärksten politischen und militärischen Organisation des Zedernstaats aufsteigt.  

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Am 4. November 2017 tritt Libanons sunnitischer Regierungschef Saad Hariri zurück. Ort des Geschehen ist die saudi-arabische Hauptstadt Riad. Hariri begründet seinen Schritt mit der starken Einflußnahme Irans auf die Politik seines Landes. Anfang 2018 kehrt er nach Beirut und in sein Amt zurück. Riads Versuch war gescheitert, Teherans Position im Libanon zu schwächen.


"Ich trete als Premierminister Libanons zurück. Ich bin davon überzeugt, dass der Wille der Libanesen stark ist und dass sie die Bevormundung von innen oder außen überwinden können."

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Keine andere Gruppierung im Libanon ist so mächtig wie die Hisbollah. Der Iran und die Hisbollah sind ideologisch eng miteinander verbandelt. Die beiden schiitischen Partner agieren im Krieg in Syrien zugunsten der syrischen Regierung. Das Assad-Regime dient als strategischer Partner. Waffen und Geld, die der Iran zur Hisbollah schaffen will, werden meist von Teheran nach Damaskus geflogen und von dort in den Südlibanon zur Hisbollah transportiert.

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Kobi Marom, Israelischer Sicherheitsexperte  

"Es gibt Schätzungen, wonach in einem künftigen Konflikt die Hisbollah mindestens 1500 Raketen pro Tag auf Israel abschießen würde. Selbst mit all unseren modernen Systemen können wir eine solche Menge nicht abwehren. Das ist ohne Frage die größte Bedrohung für Israel - diese 130 000 Raketen genau hier vor unserer Nase."

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Teheran benutzt die Hisbollah im Libanon, um Druck auf Israel auszuüben. Der Iran ist Israel waffentechnisch weit unterlegen. Würde Israel den Iran angreifen, stünde die Hisbollah an der Grenze zu Israel zum Gegenschlag bereit.

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Audio von Karim al-Makdisi, Politologe an der American Unviersity Beirut

"Die Saudis sind nicht in der Lage al-Qaida und den IS zu kontrollieren. Ganz anders das Verhältnis Iran-Hisbollah. Es ist viel professioneller und beruht auf Gegenseitigkeit. Die Hisbollah ist sehr professionell, was Strategie und Geduld angeht. Ganz anders die militanten sunnitischen Gruppen, die keine Befehle von den Saudis annehmen und  manchmal Dinge tun, die nicht im Interesse von Saudi-Arabien sind."

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Der Iran ist seit Beginn der 1980er Jahre im Libanon aktiv.  Teheran schickt der schiitischen Hisbollah Geld, Ausbilder und Waffen. Die schiitische Gruppierung ist dank iranischer Unterstützung zur stärksten politischen und militärischen Kraft im Zederstaat aufgestiegen.

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Jahrzehntelang sind der Iran und der Irak im vergangenen Jahrhundert erbitterte Rivalen. Von 1980 bis 1988 führen beide Länder einen blutigen Krieg gegeneinander. 2003 besetzen die USA den Irak und versuchen, dem ethnisch und konfessionell gespaltenen Land Demokratie zu bringen. Das Unterfangen scheitert. 2011 ziehen die USA ab. Der Irak gerät unter den Einfluss Teherans.   

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Der Irak sollte eine Demokratie mit Vorbildcharakter werden. Stattdessen führten Krieg und US-Besatzung zu einem inneren Konflikt mit Hunderttausenden Toten, konfessioneller Spaltung und dem Aufstieg der IS-Terrormiliz.




"Die Kampfhandlungen im Irak sind zu Ende. In der Schlacht um den Irak haben die USA und ihre Verbündeten gesiegt."

George W. Bush, US-Präsident im April 2003

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Nach dem "Bush-Krieg" gegen den Irak im Frühjahr 2003 versuchen die USA, den Irak politisch neu zu gestalten. Der Versuch scheitert kläglich. Der Iran ist der Nutznießer des durch den Abzug der US-Truppen enstehenden Machtvakuums im Irak. Etwa zwei Drittel der rund 40 Millionen Einwohner sind Zwölfer-Schiiten. Teheran hat das Machtvakuum geschickt zu füllen gewusst. Das Nachsehen hat Saudi-Arabien, das erst allmählich wieder auf Tuchfühlung zum nördlichen Nachbarn geht.

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Qassem Soleimani kommandiert die Quds-Brigaden, eine Elite-Einheit für Auslandseinsätze der iranischen Revolutionsgarde. Vor allem im Irak ist der 60-jährige bestens vernetzt und sehr einflussreich. Vielen gilt Soleimani als Graue Eminenz Iraks, der eng verbunden ist mit Irans Revolutionsführer Ajatollah Khamenei. Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat ließ Soleimani schiitische Kämpfer und irakische Milizen ausbilden.

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Die al-Hashd ash-Sha'abi sind rund 40 überwiegend schiitische Paramilitär-Einheiten im Irak. Ihr Ziel: Die IS-Terrormiliz besiegen. Der Iran beschuldigt die USA, den IS ins Leben gerufen und Saudi-Arabien, den IS unterstützt zu haben. Größter Erfolg der al-Hashd ash-Sha'abi: Die Wiedereroberung Kirkuks samt umliegender Öl-Felder im Herbst 2017. Die Beziehungen der al-Hashd ash-Sha'abi Milizen zum Iran sind eng. Viele Kämpfer werden von iranischen Militärberatern und Angehörigen der Hisbollah ausgebildet.

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Audio von Mohammad Javad Zarif, Außenminister Iran

"Sie waren keinem achtjährigen Krieg ausgesetzt, in dem auf ihre Städte Raketen herabregneten, die Chemiewaffen transportierten und sie ohne eine einzige Raketen dastanden, um zurück zu schießen, damit Saddam Hussein vielleicht aufhören würde."

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Im September 1980 überfallen Saddam Husseins Truppen den Iran. Während des achtjährigen Krieges wird der Irak finanziell massiv u.a. von Saudi-Arabien unterstützt. Hunderttausende Kämpfer und Zivilisten sterben. Der damalige Krieg und die Unterstützung des Aggressors durch arabische Golfstaaten prägt das Bewusstsein vieler Iraner bis heute. Ein tiefes Trauma im kollektiven Bewusstsein haben die irakischen Raketenangriffe auf Irans Städte hinterlassen.

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In Katar leben rund 2,6 Millionen Menschen - 89 Prozent sind ausländische Fremdarbeiter, nur elf Prozent besitzen die katarische Staatsbürgerschaft. Im Juni 2017 kappen Saudi-Arabien, und seine Verbündeten die diplomatischen Beziehungen zu Katar. Begründung: Das Land unterhalte zu enge Verbindungen zum Iran. Katar wird mit einem Wirtschaftsboykott sowie einer Land-, See- und Luftblockade belegt. Nutznießer dieser Maßnahmen ist der Iran. Nie waren die Verbindungen zwischen Teheran und Doha so eng wie heute.

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Saudi-Arabien und Katar grenzen aneinander und teilen viele Gemeinsamkeiten. Beide Länder sind Monarchien, die vom Rohstoffverkauf leben. Die Bevölkerungsmehrheit beider Länder ist wahabitisch - sie gehören also einem ultra-konservativen Zweig des sunnitischen Islams an. Saudi-Arabien und Katar sind Mitglieder im Golf-Kooperationsrat, dem zudem Bahrain, Kuwait, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate angehören. Dieser Rat wurde in den 80er Jahren als Gegengewicht zum schiitischen Iran gegründet.

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Katar gehört mit 65.000 Dollar pro-Kopf-Einkommen zu den reichsten Ländern der Welt. Katar und Iran teilen sich das größte Erdgasfeld der Welt. Es liegt zwischen beiden Ländern im Persischen Golf. Die Fläche beträgt rund 10.000 qm². Gut 30% der geschätzen Gasreserven weltweit liegen hier. Katar und Iran haben ein starkes Interesse an stabilen Beziehungen.

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Audio von Gerd Nonnemann, Georgetown University in Katar

"Katar hatte immer eine Arbeitsbeziehung zum Iran, aufgrund der geographischen Lage und des gemeinsamen Gasfeldes. Die Ansage in Doha war nie: Der Iran ist unser Freund, aber man kann mit ihm arbeiten, man muss mit ihm arbeiten, also wird genau das getan."

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Katar hat wie die Türkei unter Tayyip Erdogan jahrelang die ägyptischen Muslimbrüder und die radikal-islamische Hamas unterstützt. Für Riad sind die Muslimbrüder Terroristen. In der Annäherung Doha-Teheran sieht Riad einen feindlichen Akt.

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Lulwah Al-Khater, Sprecherin Katari Außenministerium

"Wir haben die Beziehungen zum Iran wieder aufgenommen, es sind vor allem Wirtschaftsbeziehungen, denn die meisten Güter für uns kommen über den Iran."

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Der Boykott ihres Landes durch den großen Nachbarn Saudi-Arabien war ein Schock für viele Kataris. Ethnisch, familiär und auch konfessionell bestehen zwischen beiden Ländern enge Bande.

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Im Mai 2017 schwingt US-Präsident Donald Trump in Riad seine damals knapp 71-jährigen Hüften und einen saudischen Säbel. Es ist die erste Auslandsreise des politischen Newcomers. In Riad bekräftigt er die Allianz mit Saudi-Arabien, verkauft den Saudis Rüstung im Wert von 105 MIlliarden US-Dollar und kündigt eine harte Linie gegen den Iran an. Geografisch liegt der US-Marine-Stützpunkt im Persischen Golf zwischen den Kontrahenten Iran und Saudi-Arabien. Politisch steht Trump auf Seiten Riads.

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2011 demonstrieren Zehntausende Menschen in Bahrain gegen den sunnitischen König al-Khalifa. Die Mehrheit der knapp 700.000 Staatsbürger Bahrains sind schiitische Muslime. Sie fühlen sich marginalisiert und politisch unterdrückt. Die Königshäuser in Riad und Manama beschuldigen den Iran, hinter den Protesten zu stecken. Im Frühjahr 2011 schickt Saudi-Arabien mehr als 1.000 Soldaten ins Nachbarland. Die Proteste werden gewaltsam niedergeschlagen.

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...der US-amerikanischen Kriegsmarine ist im Persischen Golf stationiert. Seit 1995 liegt sie im Hafen von Manama, der Hauptstadt von Bahrain.
Dort sind etwa 3000 US-Soldaten stationiert. Die 5. Flotte selbst umfasst 30 Kriegsschiffe mit rund 30.000 Matrosen, die im Persischen Golf, im Arabischen und im Roten Meer präsent sind. "Navcent", die Zentrale in Bahrain, ist auch zuständig für die beiden amerikanischen Flugzeugträger Carl Vinson und Enterprise.
Der Iran empfindet die massive Militärpräsenz der USA im Persischen Golf als Bedrohung und ProvokationDie arabischen Golfstaaten empfinden sie als Beruhigung. 





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Seitdem Donald Trump US-Präsident ist, haben Amerikaner und Saudis wieder die gleiche Wellenlänge. Unter Trumps Vorgänger Barack Obama hatte es Reibungen gegeben. Die Saudis lehnen das unter Präsident Obama geschlossene Atom-Abkommen mit dem Iran ab. Saudi-Arabien erwägt unterdessen, Atomkraftwerke zu bauen.
Im Nahen Osten könnte ein Wettlauf um Nuklearwaffen beginnen, wenn Teheran sich auch nicht mehr an das Abkommen gebunden fühlen sollte.

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Donald Trump bezeichnet das in der UN-Resolution 2231 international verbindlich angenommene Atomabkommen mit dem Iran als "schlechtesten Deal aller Zeiten." Mitte Mai könnte er aus dem Abkommen aussteigen.



"Wie ich schon viele Male gesagt habe: Der Iran-Deal war einer der schlechtesten und einseitigsten Deals, den die USA je eingegangen sind."

Donald Trump, US-Präsident

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