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Wir Ostdeutsche

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Wir Ostdeutsche sind... ärmer, besser gebildet, wirtschaftlich hintendran, bei der Gleichberechtigung vornweg. Ost und West sind seit 30 Jahren geeint, der Datenabgleich aber zeigt: Große Unterschiede sind geblieben. Eine Analyse aus ostdeutscher Sicht.

















Ein ARD-Multimedia-Projekt von DasErste, RBB und MDR im Rahmen des Reportage-Projektes: "Wir Ostdeutsche"
Datenrecherche und Aufbereitung: Martin Kopplin, Hoferichter & Jacobs GmbH
Digitale Umsetzung: Philipp von Nathusius


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Datenanalyse – Übersicht

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Als Ostdeutschland (Osten) werden die ostdeutschen Flächenländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie das ehemalige Ost-Berlin bezeichnet. Als ostdeutsche Bundesländer werden die oben genannten Flächenländer bezeichnet.

Da in den zugrunde liegenden Daten das ehemalige Ost-Berlin häufig nicht einzeln ausgewiesen werden kann, wird im Einzelfall angegeben, ob die Daten für Ostdeutschland Berlin als Ganzes beinhalten, sich auf die ostdeutschen Flächenländer ohne Berlin beziehen oder das ehemalige Ost-Berlin miteinbeziehen. Als Ostdeutsche wird, wenn nicht anders angegeben, der Teil der Bevölkerung bezeichnet, der seinen Wohnsitz in Ostdeutschland hat.

Die Darstellung der Grafiken ist für die Ansicht im Querformat auf größeren Endgeräte-Displays (PC, Tablet) optimiert. Sollten Sie Probleme bei der Darstellung haben, können Sie hier das umfassende Datendossier auch als PDF herunterladen. 

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Bevölkerung

... werden immer weniger und im Durchschnitt immer älter.

… bestehen mittlerweile fast zur Hälfte aus Rentnern.
Der Anteil der über 65-jährigen lag 1990 noch bei 23 Prozent, weniger als in Westdeutschland. Mittlerweile ist er auf 45 Prozent gewachsen, im Westen "nur" auf 35 Prozent.


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Nach der Wiedervereinigung waren in Ostdeutschland innerhalb kürzester Zeit eine Million Menschen arbeitslos. Der Höhepunkt trat jedoch erst ein Jahrzehnt später ein, nachdem die Arbeit der Treuhandanstalt abgeschlossen und ein Großteil der ostdeutschen Wirtschaft privatisiert oder abgewickelt war. Ab den 1990er Jahren bis hin zu den Hartz-IV-Reformen 2005, lag die Zahl der Arbeitslosen im Osten doppelt so hoch wie im Westen. Von da an sank die Zahl der Betroffenen von 1,5 Millionen auf 540.000 zum Ende letzten Jahres. Doch stellt Arbeitslosigkeit nach wie vor ein enormes ökonomisches Problem in Ostdeutschland dar. Die Corona-Krise verschärft es noch: Zwischen Juli 2019 und Juli 2020 stieg die Arbeitslosenquote von 7,0% auf 8,6%.
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Nach 1990 zogen Millionen Menschen von Ostdeutschland nach Westdeutschland. Ein Grund für die Abwanderung war häufig die plötzliche Arbeitslosigkeit, nachdem Anfang der 1990er Jahre viele Betriebe geschlossen wurden. Da die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland bis zur Jahrtausendwende hoch blieb, fand auch die Abwanderung keinen Abbruch und erlebte in den 2000er Jahren sogar einen zweiten Höhepunkt. 2017 zogen schließlich zum ersten Mal mehr Menschen von West- nach Ostdeutschland, während die Arbeitslosenquote seitdem stetig sinkt und im Sommer 2019 ihren Tiefstand erreichte – doch nun macht sich die Coronakrise bereits bemerkbar.
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Im Schnitt ist die oder der Deutsche 44,4 Jahre alt. In Ostdeutschland sind die Menschen im Schnitt älter. Das höchste Durchschnittsalter einer deutschen Großstadt weist Chemnitz mit 48,8 Jahren auf. Suhl hat mit 50,7 Jahren das höchste Alter einer kreisfreien Stadt in Deutschland. Nur die Universitätsstädte Leipzig, Dresden, Erfurt, Jena, Weimar und Potsdam sind, verglichen mit dem bundesdeutschen Durchschnitt, junge Städte. Betrachtet man alle Kreise und kreisfreien Städte Ostdeutschlands im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt, werden die Auswirkungen der Abwanderungswellen deutlich: Der demografische Wandel führte im Osten zu einer starken Überalterung.

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Die Abwanderungswellen von Ost nach West klingen langsam ab, die junge Generation entdeckt Ostdeutschland für sich, und dennoch schrumpft die Bevölkerung in den ostdeutschen Bundesländern bis 2060 voraussichtlich um ein Fünftel. Die westdeutschen Bundesländer verlieren dagegen nur ein Dreiundzwanzigstel ihrer Bevölkerung in dieser Zeit.

Der hinsichtlich Wanderungssaldo, Geburtenrate und Lebenserwartung moderaten Bevölkerungsprognose zufolge, leben in 40 Jahren nur noch 10,2 Mio. Menschen in den ostdeutschen Bundesländern – 2,3 Mio. weniger als heute.


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Zwar wird für Städte wie Leipzig, Dresden, Potsdam, aber auch Rostock, Halle und Jena eine Bevölkerungszunahme insbesondere jüngerer Menschen vorhergesagt, doch bleibt diese Entwicklung auf Großstädte beschränkt.
In Westdeutschland muss jedoch auch das Saarland mit einer enormen Schrumpfung – stärker noch als in Brandenburg und Sachsen – rechnen.
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Familie & Kinder



… Frauen kriegen früher Kinder und bleiben insgesamt weniger kinderlos.
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Vollbild
Im Laufe der Wirtschaftswunder-Jahre sorgten finanzielle Stabilität und ein optimistisches Lebensgefühl für eine Geburtenrate von durchschnittlich mehr als 2 Kindern - sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik. Durch den höheren Wohlstand verringerte sich die Anzahl gewünschter Kinder in den Familien und die Einführung der Pille ermöglichte es, die Familienplanung umzusetzen: Es kam zum viel diskutierten „Pillenknick“: Die Geburtenrate sank bis Mitte der 1970er Jahre in der Bundesrepublik und in der DDR auf 1,5 Kindern pro Frau.

Die DDR-Regierung reagierte daraufhin mit der Einführung von Geburtenbeihilfen, Ehekrediten, und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Mutterschaft und Beruf, was die Geburtenziffer in den 1980er Jahren in der DDR wieder über die der Bundesrepublik hob. Nach der Wiedervereinigung sahen sich allerdings viele junge ostdeutsche Paare mit einer ungewissen beruflichen Zukunft konfrontiert und die Geburtenrate sank auf einen historischen Tiefststand, denn an Kinder kriegen war in dieser Situation für viele nicht zu denken. Noch weitere 15 Jahre wurden in Ostdeutschland deutlich weniger Kinder pro Frau geboren als in Westdeutschland, bis sich die Geburtenziffern 2005 wieder angeglichen haben und heute ähnlich hoch sind.










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"Der letzte Schrei der DDR": Sarah Klier wurde am 2.Oktober 1990 in Leipzig geboren. Das Foto von ihr als Neugeborenes erschien in Zeitungen weltweit. Sarah erblickte exakt zwei Minuten vor der deutschen Einheit am 2. Oktober 1990 in der Städtischen Frauenklinik in Leipzig das Licht der Welt und ist, einer Fernsehumfrage zufolge, das letzte Kind der DDR.
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Kinder gehören schon seit längerer Zeit nicht mehr selbstverständlich zum Leben einer Frau in Deutschland dazu. Sowohl in West- als auch in Ostdeutschland ist der Anteil kinderloser Frauen seit den 1990er Jahren gestiegen. In den ostdeutschen Bundesländern ist er allerdings deutlich unter dem Anteil in Westdeutschland.
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Die Gründe könnten in der Zeit der deutschen Teilung liegen. Während in der Bundesrepublik berufliche Selbstverwirklichung unter Mutterschaft schwieriger zu vereinbaren war, wurde die Erwerbstätigkeit von Müttern in der DDR gezielt gefördert.

Dies prägt ostdeutsche Frauen scheinbar noch heute: Ostdeutsche Frauen entscheiden sich nicht nur häufiger dafür Kinder zu kriegen, sondern bekommen ihr erstes Kind auch in einem jüngeren Alter.
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In der DDR wurde bereits 1972 ein für die damalige Zeit sehr liberales Abtreibungsgesetz eingeführt. Frauen konnten bis zur 12. Woche für sich allein entscheiden, ob sie das Kind behalten wollen. Eine Abtreibung wurde außerdem von der Krankenkasse übernommen.

Nach der Wiedervereinigung wurde die gesamtdeutsche Gesetzgebung reformiert, was Schwangerschafts-Abbrüche in Ostdeutschland wieder vor größere Hürden stellte.

Bild: Demonstration in Berlin am 30.September 1990 gegen Paragraf 218 und die Übernahme der bundesdeutschen Abtreibungs-Gesetzgebung


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Ostdeutsche Frauen lassen auch weiterhin häufiger Schwangerschafts-Abbrüche vornehmen. In Sachsen-Anhalt werden beispielsweise doppelt so viele Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen als in Baden-Württemberg. Lediglich in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg kommt es zu noch mehr Schwangerschafts-Abbrüchen.

Die hohe Rate an Abtreibungen in Ostdeutschland kann zusammen mit der Tatsache, dass ostdeutsche Frauen auch seltener kinderlos bleiben, als hohe Selbstbestimmung bei der Familienplanung interpretiert werden.
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Mit Ausnahme des katholisch geprägten Eichsfeld (Thüringen) sind in allen 58 ostdeutschen Landkreisen die Anteile nichtehelich geborener Kinder höher als in den westdeutschen Landkreisen. In Ostdeutschland werden knapp 60% der Kinder geboren, ohne dass ihre Eltern verheiratet sind.

In Westdeutschland sind es mit 30% nur halb so viele.
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In der Uckermark, in Mansfeld-Südharz, und in Gera werden sogar zwei von drei Kindern nichtehelich geboren. Auch diese Zahlen sprechen für ein anderes Familienverhalten in Ostdeutschland als in Westdeutschland.
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Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist die flächendeckende Versorgung mit Krippenplätzen eine Selbstverständlichkeit in Ostdeutschland. In diesem Punkt ist Ostdeutschland ein Vorreiter: Die Kinderbetreuung musste in Westdeutschland erst massiv ausgebaut werden.

Die Wurzeln der unterschiedlichen Versorgungsquoten liegen in den verschiedenen Betreuungssystemen der DDR und der Bundesrepublik, die sich noch lange nach der Wiedervereinigung auf das Angebot an Einrichtungen auswirken. Während Kinderbetreuung in der DDR kostenlos angeboten wurde und vor allem zum Ziel hatte, dass Mütter rasch wieder ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen konnten, mussten die Eltern in den alten Bundesländern die Kosten selbst tragen und konnten ihre Kinder oft nur halbtags betreuen lassen.



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Die Versorgung in Westdeutschland wurde massiv ausgebaut: Die Betreuungsquote hat sich seit 2006 mehr als verdreifacht. Doch weiterhin wird in Westdeutschland weniger als jedes dritte Kind unter 3 Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder Tagespflege betreut, in Ostdeutschland hingegen mehr als jedes zweite Kind.









Bild: Kinderbetreuung in der DDR im Jahr 1976. Hintergrund zum preisgekrönten Foto der Torgauer "Frottee-Zwerge" im Bundesarchiv




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Frauen

... gehen häufiger arbeiten.

... werden im Vergleich zu den Männern besser bezahlt als westdeutsche Frauen.

... verdienen mancherorts sogar mehr als die ostdeutschen Männer.









Bild: Straupitz, Brandenburg, Frauen in sorbisch-wendischer Spreewaldtracht tanzen zum Zapust, der Wendischen Fastnacht.
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In Ostdeutschland ist es seit Generationen eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen arbeiten gehen.

Nach der Wiedervereinigung war unter Ostdeutschen der Anteil, der bei dem Thema Erwerbsarbeit eine Angleichung der Geschlechterrollen befürwortet, deutlich höher als in Westdeutschland. In der DDR wurde Frauenerwerbsarbeit durch sozialpolitische Maßnahmen gefördert und das Gehalt der Frauen war zusätzlich ein essenzieller Bestandteil der Familieneinkommen.

Dieser Aspekt spielte auch noch nach der Wiedervereinigung in vielen ostdeutschen Familien eine entscheidende Rolle. Zudem wurde die Erwerbstätigkeit von Frauen und Müttern seit Generationen vorgelebt und so zur Selbstverständlichkeit. 

Bild: VEB Rohrleitungs-Kombinat in Bitterfeld, Arbeiterin am Maschinenstand, aufgenommen am 1. Januar 1989. 
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In Ost- wie in Westdeutschland nahmen egalitäre Einstellungen auch in den letzten Jahrzehnten weiter zu. Ostdeutschland wurde in puncto Frauenerwerbsarbeit zum Vorbild für Westdeutschland. Um die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, investierte Westdeutschland ab den 2000er Jahren massiv in die flächendeckende Kinderbetreuung, die in Ostdeutschland schon zu DDR-Zeiten weitestgehend ausgebaut wurde.

Zuletzt ist der Unterschied bei Einstellungen zur Frauenerwerbsarbeit stark zurückgegangen, lag zwischen ostdeutschen und westdeutschen Frauen aber noch immer bei 6%.
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Vor der Wiedervereinigung war der Anteil erwerbstätiger Frauen in der DDR weit höher als in der Bundesrepublik. Obwohl die positive Einstellung gegenüber Frauen-Erwerbsarbeit in Ostdeutschland ungebrochen blieb, fiel in den 1990ern die Erwerbstätigenquote ostdeutscher Frauen auf das Niveau der Frauen in Westdeutschland. Sie waren zusammen mit den ostdeutschen Männern vom Zusammenbruch des ostdeutschen Arbeitsmarkts betroffen.

Als die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland stieg, sank vor allem der Anteil erwerbstätiger Männer. Die Erwerbstätigenquote der Frauen blieb auf vergleichsweise niedrigem Niveau stabil.

Seitdem unterscheidet sich der Anteil erwerbstätiger Männer und Frauen in Ostdeutschland kaum. In Westdeutschland ist der Unterschied hingegen weiterhin groß.

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Seit 2008 arbeiten wieder verhältnismäßig mehr Frauen in Ostdeutschland als in Westdeutschland – obwohl es die immer noch schlechtere Situation auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt schwieriger macht, hier einen Job zu finden.
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Die Gehaltsunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind deutlich größer als die Gehaltsunterschiede zwischen Männer und Frauen innerhalb Ostdeutschlands.

Der sogenannte Gender-Pay-Gap, also die Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern, liegt in Ostdeutschland gerade einmal bei 7%, in Westdeutschland hingegen bei 21%. Jedoch ist die Gehaltslücke in Ostdeutschland seit 2006 nicht mehr kleiner geworden, im Westen hingegen schon.

Der Gender-Pay-Gap ist dort besonders ausgeprägt, wo Männer in noch immer von Männern dominierten Branchen viel verdienen: An Industriestandorten in Westdeutschland, wie im Kreis Dingolfing-Landau, in dem BMW produziert oder am Audi-Sitz Ingolstadt.

Verdienen Männer vergleichsweise wenig, wie es flächendeckend in Ostdeutschland der Fall ist, fällt der Abstand zu den Gehältern der Frauen außerdem weniger ins Gewicht.

Außerdem arbeiten Frauen in Ostdeutschland häufiger im öffentlichen Dienst, der tarifgebunden bezahlt wird und sitzen häufiger in Führungspositionen als in Westdeutschland.







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In 378 Landkreisen und kreisfreien Städten verdienen Frauen durchschnittlich weniger als Männer, in 23 Landkreisen und kreisfreien Städten verdienen sie mehr. Sie liegen alle in Ostdeutschland.

Am größten ist der Unterschied in Frankfurt (Oder) mit 14,5% Gender-Pay-Gap – zugunsten der Frauen. In Cottbus verdienen Frauen 11,7% und in Dessau-Roßlau 11,2% mehr als die Männer.

In den anderen 20 Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen Frauen mehr verdienen, sind die Unterschiede deutlich geringer ausgeprägt.
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Konsum und Wohnen

sind eher Mieter als Wohnungsbesitzer. 

... sind nur zu einem Drittel Wohnungseigentümer, Westdeutsche zur Hälfte. Der Abstand zwischen Ost und West bleibt seit 20 Jahren etwa gleich.
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Seit der Finanzkrise 2008 steigen private Konsumausgaben in Deutschland wieder deutlich an – und das sowohl in Ost- wie in Westdeutschland. Die Differenz zwischen Ost und West lag zuletzt bei 20% und die Lücke wächst weiter: Gaben westdeutsche Haushalte 1998 noch 433 Euro mehr pro Monat aus, sind es 2018 schon 473 Euro.








Bild: Günstige Mieten unweit vom Zentrum einer Universitätsstadt: der Jenaer Plattenbaubezirk Lobeda (Link: MDR-Zeitreise)


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Bei der westdeutschen Bevölkerung fließt ein etwas größerer Anteil ihrer Ausgaben in die Bereiche Wohnen, Energie und Verkehr. Die Ostdeutschen geben vergleichsweise mehr für Freizeit, Unterhaltung und Kultur, sowie für Nahrungsmittel aus.
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Der Anteil der Wohnungen, die von Eigentümer/-innen selbst bewohnt werden, stieg in Ostdeutschland in den 1990er Jahren stark an, stagniert jedoch seitdem.

In Westdeutschland werden heute knapp die Hälfte aller Wohnungen von ihren Eigentümerinnen und Eigentümern selbst bewohnt, in Ostdeutschland nur gut ein Drittel der Wohnungen.

Als einziges ostdeutsches Bundesland liegt Brandenburg leicht über dem Bundesdurchschnitt.


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Nur die besonders urbanen westdeutschen Bundesländer wie Hamburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen weisen ebenfalls besonders niedrige Eigentumsquoten auf. In Berlin liegt der Anteil bei gerade mal 17,4%, im Saarland hingegen bei 64,7%
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Einkommen und Vermögen

haben kaum Vermögen. Zuletzt sind sie sogar wieder kleiner geworden, während sie im Westen weiterwachsen.

... bekommen weit weniger Geld aus der Erbschaftssteuer. Auf gerade mal 200 Millionen Euro (2019) sind die jährlichen Einnahmen seit 1990 gestiegen, im Westen von 3 auf 6,5 Milliarden.
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Mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung unterscheidet sich der mittlere Bruttoverdienst in Ost- und Westdeutschland weiterhin enorm: Ostdeutsche arbeiten immer noch für weniger Geld. Unterm Strich verdienen sie 726 Euro weniger als in Westdeutschland und damit nur 81,9 % vom deutschen Mittel.

In keinem ostdeutschen Landkreis erreicht das mittlere Einkommen den gesamtdeutschen Einkommensdurchschnitt: Am geringsten sind die Einkommen in Görlitz, im Erzgebirgskreis, im Landkreis Vorpommern-Rügen und im Altenburger Land mit rund 2.300€ brutto und liegen damit bei weniger als 70% des deutschen Mittels.

In der Universitätsstadt Jena ist das Gehalt mit im Schnitt knapp 3.200 Euro brutto noch am höchsten.


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Im Westen arbeiten und im Osten wohnen? Oftmals lohnt sich die Pendelei, wie der Vergleich zwischen dem Altmarkkreis Salzwedel und der nahe gelegenen westdeutschen Autostadt Wolfsburg zeigt: Fährt man zum Arbeiten hierher, anstatt am Wohnort einer Stelle nachzugehen, verdient man im Mittel über 2.500 Euro mehr. Die Arbeitsentgelte liegen in Wolfsburg bei knapp 4900 Euro brutto.

Gründe für die großen Unterschiede sind die niedrigere Tarifbindung in Ostdeutschland und Ausnahmetarife für Ostdeutschland, sowie die unterschiedliche Unternehmensstruktur. Große Unternehmen mit hochbezahlten Jobs sitzen in der Regel in Westdeutschland.
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Zwar steigt das verfügbare Einkommen seit den 1990er Jahren in der gesamten Bundesrepublik an, doch unterscheidet es sich weiterhin eklatant zwischen Ost- und Westdeutschland. Es lag in Ostdeutschland 1991 noch bei unter 8.400 €, hat sich bis 2010 bereits mehr als verdoppelt und lag zuletzt bei knapp 19.800 €.

Doch trotz dieser Entwicklung näherte sich das verfügbare Einkommen zwischen Ost- und Westdeutschland kaum an.






Bild: Umgetausche D-Mark, aufgenommen in Leipzig am 1. Juli 1990, dem Tag der innerdeutschen Währungsunion.



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Gegenüber Westdeutschland konnte Ostdeutschland nur in der ersten Hälfte der 1990er Jahre nennenswert aufholen. 1995 lag der Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland bei 21%. Die Lücke schließt sich nur noch sehr langsam – um durchschnittlich einen Prozentpunkt alle drei Jahre.

Zuletzt hatten Westdeutsche immer noch 3.374 Euro mehr im Jahr zum Sparen und Konsumieren übrig.
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Das politische Klima

... haben weniger Vertrauen in die bundespolitischen Institutionen wie Bundestag, Bundesparteien und Bundesregierung.

... sind selten Mitglied in einer Partei.
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25 Jahre lang sank der Anteil von Parteimitgliedern an der Bevölkerung, unterschiedliche Parteien stabilisieren ihn zuletzt in West- und in Ostdeutschland.

Kurz nach der Wiedervereinigung war ein ähnlich großer Bevölkerungsanteil in West- wie in Ostdeutschland in den im Bundestag vertretenen Parteien organisiert. Wenige Zeit später verloren die Parteien jedoch reihenweise Mitglieder.

In Westdeutschland hat sich seither der Anteil von Parteimitgliedern in der Bevölkerung von 2,9% auf 1,6% fast halbiert – in Ostdeutschland gibt es sogar rund zwei Drittel weniger Parteimitglieder als noch 1991.
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Zwischen 2015 und 2019 stabilisierte sich die Entwicklung in Ostdeutschland erstmalig wieder und insbesondere AfD und Grüne gewannen erheblich an Mitgliedern hinzu.

Die Debatten zur Flüchtlingspolitik politisierte in der Zeit die Bevölkerungsgruppen, was sich in den Parteieintritten widerspiegelt. Auch die Mitgliederzahlen der SPD und der FDP stabilisierten sich in Ostdeutschland.

In Westdeutschland glichen Gewinne bei AfD, Linke, FDP und Grüne die Verluste bei Union und SPD in etwa aus.

Eine Ausnahme zum ansonsten eher geringen Organisationsgrad der Ostdeutschen in Parteien zeigt sich bei der AfD: 2019 waren 0,03% der Bevölkerung Westdeutschlands Mitglied der AfD, in Ostdeutschland waren es doppelt so viele.
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Ostdeutsche geben grundsätzlich seltener als Westdeutsche an, dass sie Vertrauen in die politischen Institutionen empfinden. Bei der Bewertung des Bundestags gibt es den größten Unterschied zwischen Ost und West: 2018 gaben 44% der Westdeutschen, aber nur 33% der Ostdeutschen an, ihm gegenüber großes Vertrauen zu empfinden.

Sowohl in Ost- als auch Westdeutschland wird den politischen Parteien eher wenig Vertrauen geschenkt: 53% der ostdeutschen Bevölkerung geben an, den politischen Parteien nicht oder nur wenig zu vertrauen, in Westdeutschland sind es 46%. 
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Während das Vertrauen in die politischen Institutionen unter Bundeskanzler Kohl eher stagnierte und auch in der ersten Legislatur Schröders nicht zunahm, nahm es zu Beginn von Schröders zweiter Amtszeit 2002 zu, fiel danach aber wieder ab. Im Verlauf der Ära Merkel nahm es dann stetig zu. Die Vertrauenslücke zwischen Ost- und Westdeutschland konnte in der Zeit allerdings nicht abgebaut werden.
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Wirtschaft

... werden wirtschaftlich weiter hinterherhinken. Der Abstand zum Westen wird noch größer werden. Das Wirtschaftswachstum in den neuen Ländern wird bis 2060 voraussichtlich um weniger als 1 Prozent pro Jahr wachsen.

... arbeiten seltener für ein deutsches Spitzenunternehmen.

... tragen pro Kopf weniger bei zum BIP als Westdeutsche.
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Zunächst waren die Ambitionen groß: Nach der Wiedervereinigung flossen hunderte Milliarden Mark in die ostdeutsche Wirtschaft. Doch auch 30 Jahre danach blühen die Landschaften nicht überall so prächtig wie in Westdeutschland.

Anfang der 1990er Jahre verkleinerte sich die Lücke zwischen dem Ost- und dem Westdeutschen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf merklich, doch seitdem hinkt Ostdeutschland weiter hinterher.








Bild: Zwei Mitarbeiter überwachen im Trolli-Werk in Hagenow die Herstellung von Fruchtgummi-Bonbons (Archivbild, 2012)



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Heute liegt die ostdeutsche Wirtschaftsleistung pro Kopf bei drei Vierteln der westdeutschen.
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Während die ostdeutsche Unternehmenslandschaft zum Großteil aus kleinen bis mittelgroßen Betrieben besteht, tummeln sich in den westdeutschen Bundesländern die großen deutschen Unternehmen, wie Siemens oder Daimler.

Darin liegt unter anderem der wirtschaftliche Rückstand Ostdeutschlands begründet, denn Großbetriebe sorgen für eine stärkere Wirtschaftskraft in ihrer Region, indem sie auch die Dienste kleinerer Zulieferbetriebe beanspruchen. Sie können produktiver arbeiten, indem sie größere Produktmengen bei geringeren Kosten verarbeiten.







Bild:  Glashütte im Jahr 2017, ein Uhrmacher montiert ein Uhrwerk anlässlich des Jubiläums "Union Glashütte - 125 Jahre Deutsche Uhrmacherkunst"


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... von den 500 größten Unternehmen Deutschlands entschieden sich lediglich 16 ihren Hauptsitz in die ostdeutschen Bundesländer zu legen – die übrigen 484 sitzen in den westdeutschen Bundesländern oder in Berlin.

Darüber hinaus gilt für die wenigen Großbetriebe in Ostdeutschland: Sie fallen häufig unter den kommunalen Versorgungsauftrag oder haben ihren Mutterkonzern dennoch in Westdeutschland oder im Ausland.
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Großbetriebe in Ost- und Westdeutschland weisen enorme Produktivitätsunterschiede auf, denn Konzernzentralen sucht man in Ostdeutschland meist vergeblich: Die Firmensitze sind größtenteils in Westdeutschland angesiedelt und treiben dort Forschung und Entwicklung voran. Beides sind Garanten für eine höhere Produktivität und Wirtschaftskraft in der jeweiligen Region.

Doch auch in den kleineren ostdeutschen Betrieben mit ostdeutschem Unternehmenssitz ist die Produktivität geringer: Im Schnitt sind diese über 20% weniger produktiv als vergleichbare Unternehmen in Westdeutschland. Ursachen dafür liegen unter anderem am Standort, der einen erheblichen Einfluss auf die Unternehmensentwicklung ausüben kann. Die ostdeutsche Unternehmenslandschaft ist größtenteils fernab der produktiveren urbanen Regionen angesiedelt.
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Unter dem Strich hemmen – quer durch die Betriebslandschaft – geringere Arbeitsproduktivität und die allgemein schwächere Wirtschaftskraft das ostdeutsche Wirtschaftswachstum langfristig.
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Bildung

... brechen häufiger die Schule ab. Haben aber trotzdem durchschnittlich höhere Abschlüsse.

... werden von den bundesweit ältesten Lehrern unterrichtet. 



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Bis 2007 haben sich die Schulabbruchquoten in Ost- und Westdeutschland angenähert, während sie gemeinsam sanken. Doch seither haben sich die Quoten in Ostdeutschland stabilisiert. In Sachsen-Anhalt liegt die Abbruchquote mit 11,1% am höchsten. Nach Berlin liegen Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen auf den Plätzen 3, 4 und 5 im Bundesländervergleich.

Nur Brandenburg schneidet als ostdeutsches Bundesland besser als die westdeutschen Bundesländer Schleswig-Holstein und Bremen ab.

Die verhältnismäßig meisten Schulabbrüche gibt es in Eisenach, darauf folgen die pfälzische Stadt Ludwigshafen, die ostdeutschen Landkreise Jerichower Land und Sonneberg und die ostdeutsche Großstadt Chemnitz.


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Beeinflusst werden die Schulabbrecher-Quoten unter anderem von strukturellen Schwierigkeiten, die bei einem allgemeinen Lehrermangel in Ostdeutschland beginnen und sich in Form von mangelhafter Inklusion fortsetzen.

Finanzielle und zeitliche Kapazitäten reichen oft nicht aus, um sich mit Schüler/-innen über ihre Entscheidung zu unterhalten und andere Perspektiven aufzuzeigen.
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Die hohe Arbeitslosenquote in Ostdeutschland liegt zumindest nicht an der Qualifizierung der Bevölkerung: Schon seit der Wiedervereinigung ist der Anteil von Menschen mit einem Hochschulabschluss oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung in Ostdeutschland höher als in Westdeutschland. Zudem war und ist der Bevölkerungsanteil ohne einen beruflichen Abschluss in Ostdeutschland deutlich geringer.

In der DDR boten Berufsschulen unter anderem die Möglichkeit, die Fachhochschulreife nach Abschluss der Polytechnischen Oberschule zu erlangen. Eine Ausbildung zu machen, war damals die Regel und ist auch in der nachkommenden Generation üblich. 


Bild: Glasbläserklasse beim Unterricht, vermutlich aufgenommen um 1950 in Lauscha (Thüringen)
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Noch immer ist Ostdeutschland statistisch gesehen höher qualifiziert, doch Westdeutschland holt langsam auf. Westdeutsche haben mittlerweile fast so häufig wie Ostdeutsche einen Hochschulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung. Mittlere und hohe Bildungsabschlüsse werden inzwischen in West- und Ostdeutschland ähnlich häufig erreicht.
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Die Altersverteilung der Lehrkräfte in allgemeinbildenden Schulen unterscheidet sich zwischen Ost- und Westdeutschland dramatisch: In Westdeutschland ist nur jede dritte Lehrkraft älter als 50 Jahre, knapp jede fünfte Lehrkraft noch jünger als 35.

Fast zwei Drittel der ostdeutschen Lehrkräfte haben allerdings die 50 bereits hinter sich gelassen. Frischer Wind im Lehrerzimmer bleibt eher aus: Nur jede siebte Lehrkraft ist hier unter 35 Jahre alt. In Ostdeutschland rücken also weniger junge Lehrkräfte nach, wenn die älteren in den Ruhestand gehen.

Es kommt ein massiver Lehrermangel auf Ostdeutschland zu, wenn die heute knapp 60.000 über 50-jährigen Lehrkräfte in den nächsten Jahren pensioniert werden – und das, obwohl die Anzahl an Kindern in Ostdeutschland zurückgeht.

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Die ostdeutschen Bundesländer haben sich spät wieder dazu entschlossen, Lehrkräfte zu verbeamten. Sie versuchen nun mit Zulagen und dem gezielten Anwerben von Quereinsteiger/-innen dem Mangel entgegenzuwirken.
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Mobilität

... nutzen weniger Autos, Busse und Bahnen als Verkehrsmittel. Zum einen besitzen 1.000 von uns im Schnitt 673 PKW, 1.000 Westdeutsche dagegen 722. Zum anderen nutzen wir weniger Busse und Bahnen, 2018 waren es 93 beförderte Personen pro Einwohner, bei den Westdeutschen 136.

… verbringen unsere Freizeit weniger mit Smartphone, Netflix-Serien und Computern als Westdeutschen, fahren dafür lieber Rad.
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Um bei der Anbindung des ländlichen Raums und beim Klimaschutz einen Sprung nach vorne zu machen, ist der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs notwendig.

Doch der lässt auch in den ostdeutschen Bundesländern weiter auf sich warten. Während beispielsweise eine ICE-Fahrt von Nürnberg nach Erfurt nicht einmal 1,5 Stunden dauert, braucht es von der Thüringer Kleinstadt Schalkau nach Erfurt mit der Bahn beinahe 3 Stunden, bei einer Strecke von rund 97 Kilometern.


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In Sachsen, Sachsen Anhalt, Thüringen und Brandenburg werden heute weniger Personen als noch 2004 von Bus und Bahn befördert. Da auch die Bevölkerung in Ostdeutschland schrumpft, handelt es sich pro Kopf gesehen um einen Stillstand.
Nur in Mecklenburg-Vorpommern kam es zu einem spürbaren Anstieg um 8% von 72 Fahrten im Jahr 2004 auf 77 Fahrten im Jahr 2018.

Auch wenn die Nutzung des ÖPNVs im Saarland und Schleswig-Holstein dramatisch zurückging, wird der Nahverkehr in Westdeutschland heute 10% stärker genutzt als noch 2004. Dies liegt vor allem an der Entwicklung in den Stadtstaaten und an Hessen, wo die Anzahl an beförderten Personen stark erhöht wurde.
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Gesundheit

… sind immer öfter krankgeschrieben. In den neuen Ländern gab es 2018 24 Arbeitsunfähigkeitstage pro Kopf, 18 sind im Westen – in den zehn Jahren zuvor ist die Zahl um 10 Tage gestiegen, stärker als im Westen mit 6 Tagen.

bekommen viel häufiger weibliche Ärzte zu Gesicht. Weit mehr als die Hälfte der Ärzte im Osten sind weiblich. Im Westen ist es genau umgekehrt, hier gibt es weit mehr männliche Ärzte.
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Ostdeutsche sind häufiger krankgeschrieben. In den ostdeutschen Bundesländern fiel 2018 statistisch gesehen jeder Beschäftigte 24 Tage auf Grund von Arbeitsunfähigkeit aus, während es in Westdeutschland nur 18 Tage waren. Innerhalb von 10 Jahren sind in Ostdeutschland 10 Tage hinzugekommen, während die Arbeitsunfähigkeit in Westdeutschland nur um 6 Tage gestiegen ist.

Auch dies hängt mit der starken Alterung der ostdeutschen Gesellschaft zusammen. Junge, tendenziell gesündere Fachkräfte sind besonders häufig aus Ostdeutschland abgewandert. 

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Neben dem höheren Durchschnittsalter ist auch die größere Arbeitsbelastung der in Ostdeutschland verbreiteteren prekären Beschäftigung für die Unterschiede ursächlich.

In Baden-Württemberg fallen die Beschäftigten mit 15,5 Fehltagen rund eine Woche weniger pro Jahr aus als in Sachsen-Anhalt mit 24,4 oder Brandenburg und Thüringen mit jeweils 24,2 Fehltagen.
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